Licht, Luft und Austausch: Ein Haus für Journalismus von morgen. Für das Medienhaus Lüneburg, der Verlag der Landeszeitung, hat FORMWÆNDE die Innenarchitektur des gesamten dreistöckigen Bürogebäudes geplant und realisiert.

Medienhaus Lüneburg, Verlag der Landeszeitung

16 • 04 • 2026

Moderne Arbeitswelten brauchen mehr als nur Schreibtische und Konferenzräume. Sie verlangen nach Struktur und Flexibilität, nach Rückzugsorten ebenso wie nach Orten der Begegnung. Deshalb wurde das ehemalige Bürogebäude nicht nur modernisiert, sondern grundlegend neu gedacht – Etage für Etage, Funktion für Funktion. Ziel war es, den Bestand möglichst weitgehend zu erhalten und durch gezielte Eingriffe eine neue räumliche Identität zu schaffen.

Eine zentrale Entscheidung prägt den Entwurf: Die Erschließung der Geschosse erfolgt nicht mehr über ein geschlossenes Treppenhaus, sondern über eine offene, vertikale Verbindung. Dadurch gelangt Tageslicht tief ins Gebäude, die natürliche Belüftung wird gefördert und es entstehen Blickbeziehungen sowie Aufenthaltsqualität – und das ohne hohen technischen Aufwand. Die neue Treppe wird dabei zum verbindenden Element und stärkt die kommunikative Mitte des Hauses.

Was von außen noch an einen typischen Bürobau der 90er Jahre erinnert, eröffnet im Inneren heute eine neue Welt: offen, hell und nah am Menschen. Gemeinsam mit dem Architekturbüro HSR wurde der neue Hauptsitz der Landeszeitung zu einem Ort transformiert, der den Anforderungen der Gegenwart gerecht wird und zugleich Raum für die Medienwelt von morgen bietet.

Die Arbeitsbereiche sind klar zoniert und zugleich offen organisiert. Flexible Grundrisse ermöglichen unterschiedliche Arbeitsplatzmodelle und werden durch Rückzugsorte, Konferenzräume und mobile Trennwände ergänzt. Akustisch wirksame Elemente, natürliche Materialien sowie ein zurückhaltendes Farbkonzept mit Buchenholz und Grüntönen sorgen für eine ruhige, funktionale Atmosphäre. Individuelle Einbauten greifen zudem die runden Geometrien der Gebäuderotunde auf und verleihen den Räumen eine prägnante Identität.

Das Café im Erdgeschoss folgt dieser Haltung – nur wohnlicher. Großzügige Fensterflächen holen das Grün nach innen, verschiedene Sitzbereiche laden zum Austausch und zur informellen Begegnung ein. Ergänzt wird das Raumangebot durch Pantries auf allen Ebenen sowie weitere gemeinschaftlich nutzbare Bereiche.

Was diesen Umbau auszeichnet, ist nicht ein einzelnes Statement, sondern das Zusammenspiel von Raum, Licht und Funktion. Aus einem funktionalen Bestandsbau wurde ein zusammenhängendes Medienhaus mit Offenheit, Struktur und einer klaren Perspektive für die Zukunft.

Fotos: ©Steve Schäfer